Bei einer Session hatte jemand ein sehr schönes und toll klingendes Donson Ngoni / Kamalen Ngoni von Jermy Cloake dabei.  Das gab mir letztlich den Anstoß selbst ein Ngoni zu bauen. Ich hatte mir schon eine alte Kora modifiziert und mit Mechaniken bestückt, aber die Klangqualität war nicht so berauschend. Die Begriffsklärung  Donson Ngoni oder Kamalen Ngoni ist etwas schwierig – ich nenne meins vielleicht einfach „Tubab Ngoni“, da ich weiße Haut und rote Ohren 😉  habe.

Der Körper

In Mitteleuropa ist es nicht so leicht ganze, große Kalebassen mit ca. 40 cm Durchmesser zu finden. Ich wurde jedoch hier fündig.

Der Hals

Der örtliche Schreiner hatte noch Nußbaumreste, und konnte mir eine Kantel von 35 mm x 30 mm  x 1400 mm fertig machen. Als Mechaniken habe ich die Banjo-Mechaniken von Schaller ausgesucht. Sie sind zwar teurer als Gitarrenmechaniken, lassen sich aber nach dem Einbau von der Seite her bedienen und sind somit viel besser erreichbar als Gitarrenmechaniken, bei denen man sich schon etwas verrenken muss um dran zu kommen. Für die dickeren Saiten musste ich die Löcher etwas aufbohren. Die verchromten Mechaniken, die man auf dem Bild sieht sind sogenannte D-Tuners (bei Schaller). Original heißen sie „Keith-tuners“ nach dem berühmten Banjopicker Bill Keith, der sie erfunden hat. Man kann damit zwischen 2 Stimmungen schnell und präzise hin- und her wechseln. Beim Banjo mit Stahlsaiten funktioniert das ganz gut, bei den Nylonsaiten geht es nicht so gut. Ich hatte 2 Stück übrig und habe es deshalb einfach mal ausprobiert.

Haltegriffe

Traditionell haben die Ngonis direkt  unterhalb des Fells flache Bambusstäbe (Also Teile von dicken Bambusrohren) die konisch zum Hals verlaufen und als Haltegriffe dienen. Dazu verlaufen dann meistens quer noch einmal 2 solcher Stäbe. Dazu muss man das Fell, nachdem es gespannt wurde noch acht Mal einschneiden. Das wollte ich vermeiden und auf andere Art versuchen die Halterungen anzubringen. Die Lösung war eine runde, 5 mm dicke Aluminiumstange die durch ein Loch im Hals geschoben und dann passend gebogen wurde. Die zwei Enden werden dann einfach bei der Halsmontage mit in den Korpus geschoben, in den ich zwei 5 mm Löcher gebohrt hatte.

Der Steg

Der Steg ist ebenfalls aus Nussbaum und besteht aus 3 Teilen:

  • der obere Teil des Fußes in das ein passendes Schlitz für den eigentlichen Steg eingesägt wurde,
  • der unter Teil des Steges in gleicher Größe, aber ohne Schlitz und
  • der eigentliche Steg mit den Bohrungen für die Saiten.

Die Saiten

Da der Hals sehr lang ist, passen auch 12 Saiten drauf.

Grundstimmung von tief nach hoch (tiefste Saite links):
A (Kontra), 2mm Nylon

D (Große Oktave), E, G, 1,6 mm

A, 1,5 mm

C (Oktave), D, E, 1,3 mm

G, A, C‘ (Mitten C), D‘ 1mm
Saitenhalter ist ein Stahlring mit M8 Gewinde, der einfach am Hals festgeschraubt ist.

Zubehör

Die „Sesse“ oder „Kessing“ (Das „Rasselteil“ am Kopfende) ist aus einem Olivenölkanister geschnitten und mit Ringen aus Stahldraht versehen.
Etwas versetzt zum Steg ist innen ein kleiner Piezo-Pickup angeklebt, der mit einer üblichen Klinkenbuchse verbunden ist. Ein Vorverstärker ist empfehlenswert.

Soundbeispiel